März 2024

  • CareVet
  • Ferrari
  • Frust
  • Sieg
  • Zoff

CareVet

Ha, soeben habe ich auf Google meine erste Rezension verfasst. Gut, Mamayaki hat geholfen. Aber trotzdem. 

Schaut mal:

«Ich heisse Yaki und liess es mir nicht nehmen, gleich am ersten Tag einen Besuch in der neuen Praxis zu machen. Seit Monaten liegt mir Mamayaki in den Ohren, ich solle ja gesund bleiben, solange CareVet noch nicht offen wäre. Am besten natürlich auch darüber hinaus. 

Eines war und ist klar, wir gehen ausschliesslich zu diesem Team, das wir beide sehr gern haben und wissen, dass ich da gut versorgt werde, sollte was sein. 

Liebevoll wurde ich von allen geknuddelt, ich bekam feinste Leckerlis und konnte die ganze Praxis stressfrei beschnüffeln. Mamayaki und ich fühlten uns so richtig willkommen. Also da gehe ich wieder hin.»

Ferrari

 

Also ich wäre bereit fürs Rennen. 

Fällt irgendwer in Australien im Ferrari-Team aus?

Nein? Schade. 

Aber da fällt mir ein: Wer braucht Hamilton, wenn er mich haben kann? Nachdem es schon einen Yuki gibt, kann es doch auch einen Yaki geben, oder? 

Frust

  

Nach einem Start mit ganz viel Regen, den ich glücklicherweise drinnen, und somit trocken, erleben durfte, gab es einen schönen Spaziergang. 

Auf dem Heimweg im letzten Drittel, hörte ich meine Freundin Mocca. Ich war startbereit und spurtete auch schon los. Meine Rechnung hatte ich wieder mal ohne Mamayaki gemacht. Sie rief mich zurück, meinte «langsam!» und so blieb ich kurz stehen. Nur um gleich wieder loszuspurten. 

Mamayaki pfiff mich erneut zurück. Es fiel mir echt schwer, ihr jetzt zu gehorchen. Schliesslich wartete da unten Mocca auf mich. Oder eben auch nicht. Es galt also, keine Zeit zu verlieren. 

An der Leine zog ich nun wie verrückt, sodass Mamayaki völlig ausser Atem kam. Okay, das war jetzt völlig ungezogen von mir, aber ich konnte gerade nicht anders. 

Endlich unten angekommen – Mamayaki kann mit meinem Tempo einfach nicht mithalten – war Mocca gerade in die Transportbox gehievt worden und zur Abfahrt bereit. Ein kurzes «Ich muss los!», der zugehörigen Frau versprach nichts Gutes. 

Mamayaki bat mich, mit ihr nachhause zu gehen, es gehe leider jetzt nicht anders. Welch Frust an diesem Morgen. 

Hätte ich nicht gehorcht und wäre losgedüst, ich hätte Mocca noch begrüssen können. Aber so… 

Okay, es wäre zu gefährlich gewesen, meint Mamayaki. Mag sein. Doof finde ich das trotzdem. 

Und Mamayaki auch – im Fall. 

Sieg

  

Wir haben gewonnen! 

Mein Ferrari-Team schaffte heute in Australien einen Doppelsieg. Hey, ich bin unglaublich stolz! Okay, ich habe nicht viel dazu beigetragen, ausser beide Pfoten zu drücken. Und mich für einen allfälligen Einsatz bereit zu halten.

Die schwierigste Aufgabe aber war, Mamayaki bei Laune zu halten. Denn sie ist zwar ausgesprochen Formel Eins begeistert, wir sind aber nicht für dasselbe Team. 

Wobei Mamayaki das lockerer sieht als ich. Sie mag uns den Sieg gönnen. Für mich hingegen geht nur Ferrari, schliesslich passt mein rotes Renndress nur dort hin. 

«Das können wir ändern. Ich besorg dir schon ein Red Bull Mäntelchen», war die einzige Drohung, die ich zu hören bekam. Bloss nicht, wenn der Dress dann so riecht, wie das Gesöff dazu… Igitt. 

Das Schlimmste daran wäre, dass Mamayaki mich dann nicht mehr in ihrer Nähe haben möchte, Red Bull verleiht Mamayaki tatsächlich Flügel. Dieser Geruch treibt sie zur rasanten Flucht.

Deshalb: Ich bleibe bei Ferrari.

Zoff

  

 

Früher, als von mir erhofft, gingen wir auf Tour. Ich war begeistert. Ab in den Wald war die Devise. 

Als wir beim Weg, der hinauf in ebendiesen Wald führt, einbogen, sahen wir zwei grosse Hunde mit einem Mann. Ich sollte wohl besser sagen, ich sah sie. Zuerst. 

Zuerst hiess für mich: ich flippe aus. Was machen die denn da? Die versperren den ganzen Weg und schauen mich so bedrohlich an. So geht das aber gar nicht! Und so legte ich los. Lautstark bellte ich, hüpfte im Kreis und liess mich nicht beruhigen. Mamayaki war zu spät. 

Nach mehrmaliger Aufforderung, meine Schnauze zu halten – Mamayaki hat das netter ausgedrückt, aber genau so gemeint – war die Geduld seitens Mamayaki zu ende. Sie nahm mich streng mit der Leine auf die andere Seite und kehrte mit mir um. 

Puh, da herrschte jetzt aber dicke Luft. Ich hätte sie schneiden können, hätte ich denn ein Messer dabeigehabt und könnte ich überhaupt schneiden. Das übernimmt ja immer Mamayaki. Und die hätte es heute wohl kaum für mich übernommen. 

«So nicht!», sagte Mamayaki streng. Jetzt gehen wir ganz einfach wieder nachhause. Etwas reumütig trottete ich brav nebendran. Zuhause wurden mir Halsband und Hundegeschirr abgenommen. Mamayaki würdigte mich keines Blickes mehr, holte eine Tasche und den Einkaufswagen und machte sich bereit zum Gehen. 

Meine Interpretation: «Aha, super, dann gehen wir halt jetzt woanders hin. Ich bin begeistert.» Falsch interpretiert. Streng hiess es: «Ganz sicher nicht. Nein. Vergiss es.» Und weg war sie und ich allein. 

Einige Zeit später hörte ich Mamayaki draussen mit Markus, meinem Lieblingsnachbar, sprechen. Und sie sprachen über mich. Markus meinte, nachdem er gehört hatte, was ich getan hatte, dann gäbe es wohl heute kein Leckerli für mich. Aber Mamayaki meinte, doch, klar, schliesslich hätte das alles nichts mit ihm zu tun und ausserdem wäre sie nicht nachtragend. 

Als die Türe aufging, begrüsste ich Mamayaki ganz liebevoll und ging erst danach zu Markus. 

Schön, dass alles wieder in Ordnung war. Ich mag Zoff nämlich gar nicht.