Mai 2023

  • Sofa-Time-Out
  • Die Schnecke
  • Wiedersehen
  • Frühlings-Törn
  • Blütenpracht
  • Mamayaki braucht ein Navi
  • Dix kilomètres à pied 
  • Peinlich
  • Abkürzung
  • Turbo-Antrieb
  • Bade- und Grillsaison eröffnet
  • Draussen essen
  • Mit Speck...
  • Die dritte Hand
  • Zeckenalarm
  • Die Zecke ist weg
  • Meine?

Sofa-Time-Out

 Mamayaki wunderte sich. Ich lag seit Tagen nur noch in meinem, zugegeben weichen, Bettchen. Aufs Sofa sprang ich nicht mehr. Auch nicht, wenn Mamayaki mich darauf ansprach. Ich blieb im Bettchen oder legte mich auf den Teppich. 

Mamayaki verstand die Welt nicht mehr. Was nur sollte mit mir los sein? Hatte ich Schmerzen und konnte nicht mehr springen? Nein. Hatte ich keine Lust mehr auf dem Sofa zu liegen? Nein. 

Nun war es so: Auf dem Sofa liegt auf der einen Hälfte eine braune, weiche Fleece-Decke. Genauso weich wie die auf der Selandia. Mamayaki hatte sie mir extra gekauft. 

Wobei genau gleich masslos übertrieben ist, denn die auf der Selandia ist Meisterklasse. Sie kommt eben von Arlette Casters. Und diese hier bei uns nicht. Noch Fragen? 

Darüber hatte ich mir die wunderbare Wolldecke von Mamayakis Mama gekrallt, die ich so liebe. Das war fein. Dann hatte Mamayaki die Idee, diese Decke wegzulegen, denn es wäre jetzt sicherlich zu warm dafür. Echt? Das mag für sie stimmen. Für mich sicher nicht. 

Seit dem Mittwochabend sind wir wieder zuhause, worüber ich sowieso nicht erfreut bin. Auf dem Schiff war es viel cooler. Seit da liege ich also unterhalb des Sofas. 

Heute schüttelte Mamayaki dann die braune Decke aus, legte sie sorgfältig wieder hin und schaute mir in die Augen. Und ich in ihre. Meinte Mamayaki jetzt allen Ernstes, damit sei die Sache gegessen? Pustekuchen. Ich sah weiterhin in braune Augen und wartete. Und endlich, endlich machte es Klick. Mamayaki nahm die weiche Wolldecke und legte sie über die Fleece Decke. 

Es dauerte keine fünf Minuten und ich lag wieder oben auf meinem geliebten Sofa. 

Meine Herren – meine Damen (nur um allen gerecht zu werden, nicht dass ich da noch Probleme bekomme…), habt ihr Menschen manchmal eine lange Leitung. 

Die Schnecke

Ein ausgedehnter Waldspaziergang tröstete mich derzeit über den Verlust meines Schifflebens hinweg. Alles war wunderbar, bis ich mich ins Gebüsch setzte, um da was loszuwerden.

Danach störte mich was. Und zwar ganz gewaltig. In der Nähe meines Penis klebte was, das ich nicht wegbekam. Ich legte mich auf den Rücken, bog mich gekonnt und ging mit meinem Schnörrchen dort hin, wo das nicht sein sollte, was da war. Meine Bemühungen waren allerdings nicht von Erfolg gekrönt.

Hilfesuchend schaute ich zu Mamayaki. Die war sofort zur Stelle und schaute sich den Störfall an. Allerdings stand ich wieder. Im Wald auf dem Rücken zu liegen und mich von Mamayaki abtasten zu lassen, war definitiv unter meiner Würde. 

Zuhause lasse ich das gern mit mir machen, aber da ist auch meine Intimsphäre gewahrt. Hier im Wald? Nein. Da schauen Hasen zu und Füchse und Elstern und Rehe und – einfach zu viele Augen.

Also musste Mamayaki blind greifen und ergriff dieses schreckliche Teil, das mich so elend störte. Feucht war es, schleimig und etwas klebrig. «Das ist ja eine kleine Schnecke.», erklärte Mamayaki und entsorgte das Tier im Gras.

Mamayaki tat nichts dergleichen, aber ich weiss genau, dass sie innerlich erschauderte. Sie hatte das Tier angefasst. Igitt! In mein Schnörrchen wäre das nie gekommen. Nie. 

Zum Glück gibt es Mamayakis hilfreiche Hand.

Wiedersehen

 

So ein abgekürzter Törn kann auch was Gutes haben. Ich habe nämlich ganz viele meiner Kumpels wiedergetroffen. Da war Alumette, das grosse Windspiel, von dem ich immer meinte, es wäre ein Whippet. Der wohnt gleich neben mir und wir treffen uns regelmässig. 

Dann traf ich zufällig Emilio mit Cornelia. Die hatte ich ewig nicht mehr gesehen und ich freute mich tierisch. Ebenfalls nach vielen, vielen Wochen traf ich endlich Camilla wieder. Es war schön. Nur trafen wir uns auf der Strasse und somit war spielen nicht möglich. 

Im Wald traf ich Suky. Sein Herrchen und Mamayaki beschlossen, uns Hunde kurz freizulassen. Wäre derzeit nicht erlaubt. Wegen der Rehe und anderen Wildtieren. Verstehe ich. Nur lasse ich die in Ruhe. Mamayaki hält sich  stets an diese Regel. Ausser gestern für knappe fünf Minuten. 

Die aber waren toll. Endlich konnte ich wieder mal kurz so richtig loslaufen. Um ehrlich zu sein, interessierte mich das gerade sehr viel mehr als Suky selbst, die ich ja schon mag. Aber eben, mein Interesse gilt dem Freiraum, der mir ziemlich abgeht durch all die Regeln hier. 

Als wir aus dem Wald rauskamen, fand gerade ein kleines Hundetreffen statt. Gianghi war da und eine schwarze Hündin, die ich noch nicht kannte. Mamayaki und ich waren vorsichtig. Aber Nala, so heisst die Labradorfrau, war sehr nett. Mamayaki liess mich auf diesem grossen, geteerten Kehrplatz auch frei und so konnten wir drei etwas rumtoben. Nala und ich machten sogar Wettrennen. Es war herrlich. 

Das schönste Wiedersehen war das mit Lola. Ihr wisst schon, meine liebste Freundin. Wir sind brav an der Leine durch den Wald spaziert, haben immer mal wieder etwas gemeinsam entdeckt und regelmässig eine Schmuseinheit eingelegt. Lola ist toll. 

Ich zeige das nicht so direkt. Gut, am Anfang jeweils schon. Da gibt es auch für mich kein Halten mehr. Aber dann gebe ich mich eher etwas kühl und distanziert. Mamayaki sagt, ich hänge den stolzen Spanier raus. Mag sein. Ich bin wie ich bin. Mamayaki meint, das sei gut so. Und Lola mag mich genau so. Ist doch super. 

Frühlingstörn

 

So langsam haben Mamayaki und ich uns wieder zuhause eingelebt. Die eine Woche war zwar kurz, aber ich kann es euch sagen, ich habe viel erlebt.

Die Reise nach Holland finde ich jeweils lang. Ich verschlafe den grössten Teil und freue mich auf den Verpflegungshalt, denn der bedeutet auch für meine Gourmetschnauze stets was Feines.

An Bord der Selandia fühle ich mich ausgesprochen wohl. Mein Lieblingsplatz ist im Steuerhaus auf dem Sitz des Skippers. Logisch, oder? Von dort habe ich den Überblick. Meistens scheint dort auch noch die Sonne und wenn Peter steuert, ist dieser Platz sowieso der Allerbeste überhaupt. Mamayaki darf sich dann zwar auch dort hinsetzen, aber nur, wenn sie mich auf den Schoss nimmt und ich so noch besser rausgucken kann.

Du willst wissen, was ich den lieben langen Tag so gemacht habe? Na dann.

Als erstes ging es auf einen ausgedehnten Landgang, gefolgt von feinem Frühstück. Mein Ausgangstenü wurde durch die Schwimmweste ersetzt und ich wurde im Salon angeleint. Diesen Moment hasste ich. Mamayaki müsste dafür eigentlich Verständnis haben, sie, die bei jedem An- und Ablegen immer so gern zugeschaut hat. Ich will auch!

Aber Mamayaki hatte kein Einsehen. Bei jedem Manöver, sprich Ab- und Anlegen und den Schleusen, war ich drin in Warteposition. Safety first, sagt Mamayaki. Ich stände nur im Weg und es könnte für mich, aber auch für die Crew gefährlich sein. Na gut.

Sobald die Leinen los waren, liess Peter auch meine Leine los und ich durfte raus. Manchmal stand ich dann Mamayaki im Weg, wenn sie die grossen Fender hochhieven und reinlegen wollte. Ich lernte aber schnell, ihr dabei bestmöglich aus dem Weg zu gehen. Meine Lieblingsbeschäftigung nach dem Eingesperrt sein, war sowieso der obligate Rundgang übers Schiff. Ich musste doch kontrollieren, ob alles seine Richtigkeit hatte.

Neben den grossen Fendern traute ich mich zu Beginn nicht, durchzugehen. Mit der Zeit wusste ich aber, dass die mir nichts taten.

Vor Freude tanzte ich oft auf dem Vordeck herum und spielte kämpferisch mit Mamayaki. Es war einfach zu schön. Und wenn die Sonne schien, konnte ich dort auch wunderbar dösen. Freiheit pur.

Natürlich nur, wenn die Sonne schien und es warm genug war. Was es gerade zu Beginn nicht war. Dann ging ich nach dem Rundgang wieder hinein und durfte die Schwimmweste ausziehen. Allerdings nur so lange, bis ein weiteres Manöver anstand und raus durfte ich so gar nicht. Bei dem kalten und nassen Wetter, das wir zuerst hatten, war mir das aber egal. Drinnen liess es sich vorzüglich schlafen und kuscheln.

Nach der Ankunft wurde die Schwimmweste demontiert und ich wurde landfein gemacht. Von Bord springen war eines meiner grössten Hobbies. Nein, nicht ins Wasser, so blöd bin ich nicht. Das durfte ich aber nur, wenn nicht gerade eine Strasse da war. Ab dann war Landleben angesagt, sprich spazieren, fein essen, kuscheln, spazieren, dösen…

Nachts durfte ich bei Mamayaki in der Kabine auf einem eigenen Bett schlafen. Eingekuschelt in mein eigenes Duvet mit stetem Blick auf meine Mamayaki liess es sich himmlisch träumen.

Selandia, ich komme wieder. Wenn ich darf!

Blütenpracht

 Es sieht schon schön aus da draussen, wenn alles blüht. Mamayaki riecht auch gern an den Blüten. Ich auch, wenn sie auf meiner Höhe sind. Und ich gebe ihnen regelmässig Wasser. 😊

Die Blüten gehören aber nicht auf den Boden. Wer wirft die weg? Wer räumt da nicht auf? Mamayaki sagt, die fielen von den Bäumen und der Wind nähme sie dann schon irgendwann mit. Irgendwann? Das passt mir gar nicht.

Spazieren gehen ist schön. Tannennadeln, die von den Bäumen fielen, pieksen meine zarten Pfotenbällchen. Ich hasse das. Und jetzt kommen die Blüten. Zugegeben, es sind nicht alle. Aber einige kleben ganz fürchterlich und ich muss sie dann mühsam mit meinen Beisserchen rausklauben. 

Manchmal muss mir sogar Mamayaki helfen, wenn es allzu viele und allzu klebrige Exemplare sind. Dann kleben die Blüten an ihren Pfoten – äh Fingern. Freude hat Mamayaki daran auch nicht. Ich verstehe aber nicht, warum sie zum Entfernen nicht ihre Zähne zu Hilfe nimmt. Mamayaki schaut mich gerade entsetzt an. Ist doch wahr!

Mamayaki braucht ein Navi

 

Und zwar mich. 

Dass Mamayaki sich oft und gern verirrt, ist bekannt. Dass sie aber meint, mich linken zu können, davon darf sie gern träumen. 

Heute ging ich zuerst Richtung Wald, beschloss dann aber unten zu bleiben. Dort lief gerade eine interessante Frau, die ich gern näher beschnuppert hätte. Weil sie rannte, blieb Mamayaki kurz stehen und hielt mich kürzer. So kam es, dass ich zuerst die Pflanze an der Ecke inspizierte und meinen Vorsatz kurzfristig vergass. 

Locker ging ich also den Weg zum Wald hinauf und in den Wald hinein. Bei der ersten Wegbiegung bog ich dann aber nach links ab. Ich nahm so den ersten Weg, der mich wieder aus dem Wald hinausführte. Mamayaki liess mich gewähren. 

Unser Spaziergang sollte heute nämlich wieder mal auf die andere Stadtseite gehen. Alles der Aare entlang bis Trimbach, dann am anderen Aareufer zurück. 

Herrlich! Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. 

Dix kilomètres à pied

  

Ein kleiner Spaziergang hätte es werden sollen. So eine Dreiviertelstunde. Dann wurden daraus drei Stunden. Drei! Aus Versehen. 

Nein, es war nicht Mamayakis Fehler. Wenigstens nicht allein. Ich wollte heute unbedingt der Aare entlang, beim Chessiloch vorbei und dann rauf in den Bornwald. Dort gehen wir immer beim Zwerg, dem Indianer, der Schnecke und all den anderen Figuren vorbei. Das ist schön. 

Heute aber hatte ich die glorreiche Idee, den Weg ein kleines bisschen anders zu gehen, also einfach nicht sofort abbiegen, sondern dem beschilderten Solothurner Waldweg folgend. Mamayaki machte mit. Voller Freude, wie ich konstatierte. 

Die blieb auch für die nächste Zeit. Wenigstens so lange, bis der Weg einfach nicht enden wollte. Immer höher und höher ging er. Weit unter uns sahen wir ins Tal. Wir waren auf der Gräte. Zurück wollte Mamayaki nicht mehr. Also vorwärts.
 

Okay, es dauerte. Und es endete nie. Dann kam ein Schild mit dem Hinweis für eine Zusatzschlaufe. Mamayaki verzichtete und wir gingen weiter. Mamayaki war so langsam in Sorge, wo und wann dieser Weg denn je enden würde. 

Nach langer, langer Zeit kamen wir endlich an ein Hinweisschild, welches mitteilte, dass der Weg nach Wangen nun rechts abbog und wir bis dahin weitere 50 Minuten zu marschieren hätten. 

Mamayaki war nicht mehr wirklich erfreut. Aber es half ja nichts. Wir mussten irgendwie zurück. Also marschierten wir. 

Wir verliefen uns dann auch noch auf den letzten Kilometern, weil Mamayaki partout die nächste Bushaltestelle in falscher Richtung anpeilte. So dauerte es eben noch länger. 

In Wangen nahmen wir dann den Zug nach Olten. Ich legte mich platt auf den Perron und ruhte mich aus. Ich sah den neidischen Blick von Mamayaki schon. Sie hätte das auch gern gemacht. 

Peinlich

 Mir ist kaum je etwas peinlich. Mamayaki dafür umso mehr. Ich verstehe sie nicht.

Wenn ich ein Auto sehe, das ein parkiert, bleibe ich stehen und sehe zu. Mamayaki will dann stets weiter. Aber ich setze mich demonstrativ hin und verweile. Nun könnte Mamayaki mich mit Gewalt wegziehen. Tut sie aber nicht, denn Gewalt ist ihr zuwider. Mein Glück.

«Du kennst diesen Menschen nicht, Yaki.» Mir egal. «Das ist ganz sicher niemand, den du kennst, Yaki.» Mir so was von egal. Ich warte, bis die Dame, der Herr ausgestiegen ist. Je nachdem schaue ich zu, was nun geschieht.

Jemand geht mit Taschen bepackt zum Hauseingang und schliesst auf. Ich setze mich und schaue zu. Was da wohl hinter der Türe ist? «Yaki, da wohnt niemand, den du kennst. Komm jetzt.» Mir egal. Ich beobachte. Und es ist stets spannend.

Der Baggerführer kreist mit der grossen Schaufel hin zum Kieshügel. Ich setze mich hin. Das könnte ich stundenlang so machen.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Die Leute, die ich, laut Mamayaki bisher nicht kannte, die kenne ich jetzt. Und sie mich. Und Mamayaki. So lernt man nämlich Leute kennen. So und nicht anders.

Abkürzung

 

Vor einer Woche führte ich Mamayaki unbeabsichtigt auf eine 10 km lange Tour. Die war schön, aber lang. 

Diese Woche wollte ich wieder in dieselbe Gegend. Mamayaki legte gleich zu Beginn ihr Veto ein, als sie merkte, was ich vorhatte. Sie meinte zu merken, das sei hier noch betont. 

Als wir nämlich dort ankamen, wo wir das letzte Mal den Aufstieg begonnen hatten, bog ich freiwillig und zielstrebig zuvor nach rechts ab. Mamayaki atmete auf: «Dann sind wir uns also einig. Da bin ich froh, denn heute hättest du mich nicht hier rauf gebracht.» Sie mich auch nicht. 

Sinn und Zweck des Ganzen: Ich wollte nur sicher gehen, dass wir diesen einen, einer meiner zahlreichen Lieblingsspaziergänge, immer wieder machen könnten. Nicht, dass da aus dem letzten Versehen nun ein ständiger Verzicht würde. Aber das schien kein Problem. 

Freudig ging ich beim Zwerg vorbei, der mir heute ein Leckerli gab. Ja, ja, schon gut, Mamayaki hat es dort ins Tellerchen geschmuggelt. Freude hatte ich trotzdem. 

Kurz vor der Bushaltestelle bei der Stadthalle fragte mich Mamayaki: «Na du? Willst du nachhause gehen oder den Bus nehmen?» Ich strahlte sie an, zottelte zügig zur Bushaltestelle und setze mich hin. Die Antwort war so was von klar. 

Als der Bus kam, stand ich schnell auf, stellte mich auf die Hinterpfoten, sodass Mamayaki mich problemlos hochheben konnte. So trug sie mich in den Bus, setzte sich hin und ich konnte glücklich in ihren Armen die Gegend bewundern. 

Ich liebe Busfahrten. 

Turbo-Antrieb

 

Es gibt ja fast nur noch Ebikes. Und ich verstehe schon warum. Wenn es bergauf geht, ist das für die Menschen sicher sehr hilfreich.

Mamayaki fährt nicht Fahrrad. Also ist das für sie kein Thema. 

Aber ich habe herausgefunden, dass, wenn es bergauf geht, Mamayaki auch froh wäre um so einen E-Antrieb. Nicht, dass sie sich je beklagen würde, aber wenn ich da Gas gebe, ist sie zu langsam, um mithalten zu können.

Das ist aber kein Problem. Ich verzichte dann darauf, brav neben ihr zu gehen. Im Gegenteil, ich fahre die Schleppleine bis zum Anschlag aus und ziehe. Mamayaki geniesst.

Ich bin eben ein kräftiges Kerlchen.

Bade- und Grillsaison eröffnet

Gestern habe ich die Bade- und Mamayaki die Grillsaison eröffnet. 

Endlich war es wieder soweit und ich spürte die Hitze auf meinem dunklen Fell. Wir spazierten zum Mühletal-Tierpark und so folgte auch ein Bächlein. Dieses wartete. Auf mich. 

Schnell sprang ich unaufgefordert hinein, trank von dem erfrischenden Wasser und kühlte meine Pfoten. Herrlich war’s. 

Mamayaki warf dafür am Abend den Grill an. Es gab grillierte grüne Spargeln und Lachs. Herrlich war’s. 

Ihr seht das schon richtig: Wir führen ein paradiesisches Hundeleben. 😊 

Draussen essen

Wunderbares Wetter, die Sonne scheint und der Morgenspaziergang im Wald war wunderschön. 

Dann hatte Mamayaki die glorreiche Idee, wir könnten heute draussen frühstücken. Ich war skeptisch. Denn draussen habe ich keinen Teppich, auf dem ich allfällige Brötchen schmausen könnte. Nur den kalten Plattenboden und zum Liegen den Liegestuhl. 

Mamayaki liess sich nicht beirren, schleppte alles hinaus, deckte den Tisch und ich folgte ihr. Denn Sonntag heisst gemütliches Lachssonntagsfrühstück. Klar, auch für mich. Ich freue mich immer tierisch darauf. 

Wie gesagt, die Brotmümpfeli (eine kleine Brotportion, die gerade gut in mein Mäulchen passt, 😊) konnte ich dann nur an Ort und Stelle essen. Das war aber weiter kein Problem. Dann wusste ich nicht wohin. Mamayaki zeigte mir den Liegestuhl – den kenne ich ja, aber ich war mir nicht sicher, ob ich nicht gleich wieder reingehen sollte. Aber gut, ich legte mich da hin, ich wollte ja kein Spielverderber sein. 

Mamayaki aber schien nicht wirklich glücklich. Nicht wegen mir. Aber da war der eine Nachbar im benachbarten Block, der lautstark telefonierte. Nicht, dass wir irgendetwas davon verstehen würden – die Sprache ist uns fremd. Aber laut ist das schon. Also ich werde zusammen gepfiffen, wenn ich derart laut in der Gegend rum belle. 

Dann war kurz Ruhe, bis der Nachbar nebenan bei offenem Fenster «choderte» (lautes hochziehen von Schleim rund um den Kehlkopf  😟 ). Nicht wirklich appetitlich. Mir war das egal. 

Es ging nicht allzu lange, da begannen die Kids nebenan zu schreien und zu quengeln. Ruhe sieht anders aus. 

Als sich dann noch eine Hornisse in meine Nähe wagte, packte Mamayaki alles zusammen und sie ging drinnen weiter essen. 

Hätte ich gleich so gemacht, aber auf mich hörte sie nicht.

Ich hörte aber sehr gut zu, als Mamayaki verkündete: «Gegessen wird in Zukunft wieder drin. Das ist ja nicht zum Aushalten.» 

Jubel meinerseits! 

Mit Speck...

…fängt man Mamayaki. Man werfe ihr eine Scheibe Bratspeck vor die Füsse und ein entzücktes «Wow! Super gemacht Yaki!», gefolgt von einer feinen Belohnung, in Form von zwei Leckerlis, ist die Folge.

Gut, der Speck bleibt dann, wie immer, auf dem Boden liegen oder wird im Abfall entsorgt. Wenn Mamayaki den schon so gerne mag, soll sie ihn doch einfach auch mal essen.

Also ich bin da ganz anders. Wenn mir was passt, dann nehme ich das. Wobei der Speck würde es mir schon auch antun. Ich muss mal überlegen, ob ich den das nächste Mal nicht selbst nehme. Ist doch wahr. Ist einfach schade drum, wenn er dann wieder nur so rumliegt.

Mamayakis strafender Blick sagt alles. Ich verzichte.

Die dritte Hand

 

Jeder Hund hat vier Pfoten, die Menschen nur zwei. Stimmt nicht, sagt Mamayaki, wir haben auch vier. Stimmt. Ich habe aber festgestellt, dass Mamayaki – zum Glück! – oft eine Pfote, äh Hand, fehlt. Gestern zum Beispiel. 

Mamayaki sieht alles. Zu meinem grossen Leidwesen. Sie sah also die Zecke an meinem Augenlid. Sehen reicht nicht. Es musste genau geschaut werden und dann kam Mamayaki mit dem Zeckenhäkchen, denn die Zecke war noch sehr klein. 

Ich lag ruhig und zufrieden vor dem Haus auf dem Liegestuhl, als Mamayaki beschloss, die Zecke müsste raus. Mit besagtem Zeckenhäkchen und beruhigenden Worten kam Mamayaki zu mir, hielt mir sanft den Kopf fest und wollte die Zecke entfernen. Das mit dem Wollen ist so eine Sache, wenn Frau nicht kann. 

Ich hielt nicht still. An meine Augen lasse ich niemanden. Die Zecke störte mich nicht, also wozu? 

Mamayaki erwischte mich, respektive die Zecke dann doch noch, aber die war so klein, dass sie durchrutschte. 

Also kam die grosse Zeckenzange zum Einsatz. Kam sie eben nicht. Denn: Lies weiter oben. Ohne mich. 

Mamayaki probierte es dann noch mit einer Spezialzeckenzange aus der Notfallapotheke, die fast versteckt in der Hand Platz hat. Vergiss es! Nicht mit mir. 

Dann wartete Mamayaki auf meinen Lieblingsnachbar. Aber genau heute verpasste sie ihn. Zu meinem Glück. 

Dachte ich zumindest. Fortsetzung folgt. 

Zeckenalarm

 (Fortsetzung von «Die dritte Hand»)

Mamayaki ging mit mir auf den Bus. Die ganze Zeit hatte sie mir versprochen, dass ich Lola treffen würde. Also freute ich mich. In Wangen bog Mamayaki dann zur Tierarztpraxis Anicura ab. Hä? Wozu das? Wollten die etwa auch an mein Auge? Und was hatte das mit Lola zu tun? Fragen über Fragen.

Ich kam gar nicht dazu, mir noch mehr Fragen zu stellen, denn schon kam freudig Mamalola auf mich zu. Nur im allerersten Augenblick schaute ich sie kritisch an, denn ich mag sie sehr, sehr gerne. Gut, sie gehört in diese Praxis, arbeitet dort und tut den Tieren und Menschen sehr viel Gutes. Also soweit alles okay. 

Ich freute mich, sie zu sehen, denn sie riecht auch immer ein bisschen nach Lola. Sie kraulte mich ganz lieb und gab mir sogar ein paar feine Leckerlis. Dann verschwand sie und ich setzte mich hin.

Mamayaki meinte, wenn wir schon hier wären, könnte ich doch kurz auf die Waage, was ich brav mit mir geschehen liess. Tut nicht weh. Aber ich kenne das alles schon: Ein paar Leckerlis, Verschwinden von mir lieben Menschen, Waage… Das konnte nichts Gutes bedeuten.

Aber dann kam doch tatsächlich Lola, bellte mich kurz an, bis sie checkte, dass ich es bin. Und los ging die freudige Begrüssung. So schön kann ein Praxisbesuch sein. 

Was Lola dort macht, ist mir schleierhaft, aber ich werde schon noch draufkommen.

Die Zecke ist weg

 (Fortsetzung von «Zeckenalarm») 

Lola und ich durften also mit unseren Menschenmamas spazieren gehen. Toll! 

Weil Mamalola aber gleich auf den ersten Metern nachfragte, wie es uns denn so ginge, meinte Mamayaki: «Ganz gut. Alles bestens. Ausser dass wir heute einen kleinen Kampf hatten, den ich verlor.» Natürlich erzählte sie die Geschichte von der Zecke. 

Mamalola fragte nach, ob wir denn das nicht gleich in der Praxis hätten zeigen wollen. Ich sicher nicht. Und Mamayaki hätte zwar gern. Aber erstens wollte sie mir für einmal einfach einen rundum schönen Praxisbesuch bescheren, voller Freude und ohne jegliche Behandlung. 

Zweitens geht Mamayaki wegen einer Zecke nicht zum Tierarzt. Drittens wusste Mamayaki genau, dass sie ja eigentlich «nur» eine Praxisassistentin gebraucht hätte – aber auch die hätte dann frei sein müssen. Und viertens wollte Mamayaki privates nicht mit beruflichem verbinden. 

Mamalola sah das anders. Sanft schubste sie Mamayakis Entscheidung dahingehend, dass wir zurück zur Praxis und das Zeckenthema erledigen gingen. Mamayaki hatte die Zecke nicht am Auge bleiben lassen wollen, aber sie hätte dann eben bis am Abend gewartet, wenn mein Lieblingsnachbar Markus oder meine Liebslingsnachbarin Andrea da wären und Zeit hätten, die Zecke zu ziehen. Festhalten kann mich Mamayaki auch allein. Ihr fehlt ja nur die dritte Pfote. 😊 

Durch den Hintereingang ging es also zurück in die Praxisräume. Weil Lola bei mir war, fand ich das aber gar nicht so schrecklich. Dann kam eine ganz liebe Praxisassistentin, Mamayaki hielt mich fest, und nach kurzer Zeit war die Zecke Geschichte. 

Lola liebe ich noch viel mehr als zuvor. Wisst ihr, was die gemacht hat? Lola hat mich gegenüber der Praxisassistentin doch tatsächlich knurrend verteidigt. Was erlaubte die sich auch? Okay, am Schluss war ich froh, mein Auge fühlte sich deutlich entspannter an und Mamayaki auch. Also doch alles richtig gemacht. 

Die Sache war schnell vergessen, denn auf dem gemeinsamen Spaziergang ging es zum Baden und Rumtoben und schmusen und laufen und schnüffeln… 

Schön war’s! 

PS) Ich weiss jetzt, was Lola in der Praxis macht: Sie arbeitet auch dort und verteidigt arme, leidende Hunde. So fühlen die sich verstanden und sind erst mal abgelenkt. Eine richtige Therapiehündin ist sie, meine Lola. 

Meine? Fortsetzung folgt. 

Meine?

(Fortsetzung von «Die Zecke ist weg»)

Lola ist meine allerliebste Freundin. Es ist nicht so, dass mir nicht auch andere Ladies gefielen, aber keine ist wie Lola.

Umgekehrt habe ich das Gefühl, dass ich ihr auch der allerliebste Freund bin. Wobei ich gestern dann kurz nicht mehr ganz so sicher war.

Lola war gerade am Ende ihrer Läufigkeit. Diese interessiert mich nur am Rande, ich rieche das gern und schlecke auch mal ein bisschen Urin auf. Aber sonst? Man hat mich entmannt, wenn ihr es genau wissen wollt. Nein, mich hat niemand gefragt. Und Mamayaki auch nicht, denn die hätte das so nicht gewollt. Aber passiert ist passiert. Wenn nicht dann hätte es vielleicht ein paar süsse kleine Lokys gegeben. 

Irgendwann auf dem Spaziergang begegneten wir einem grösseren Hund mit vielen Locken. Lola zeigte sich sehr interessiert und vergass gerade völlig, dass sie eigentlich mit mir unterwegs war. Die untreue Seele. 

Ich war ganz schön beleidigt und schaute sie kurz schräg an. Mamayaki meinte, ich sei keinen Deut besser. Mag sein. 

Und überhaupt war das ganz schnell wieder vergessen, denn Lola und ich hatten es ganz einfach gut miteinander.

Ich freue mich schon aufs nächste Mal. Dann aber ohne Zecken und ganz gesund!