Februar 2024

  • Geburtstag
  • Weckdienst
  • Wow

Geburtstag

 

Mamayaki hatte Geburtstag. Das hiess für mich, ganz früh wach sein und Mamayaki kurz nach sieben einen Geburtstagskuss aufdrücken. Mamayaki hat nicht schlecht gestaunt, denn das mache ich sonst nie. Sie hat auch nicht jeden Tag Geburtstag. 

Tatsache ist, dass ich früh sein musste, wollte ich doch der Allererste sein. Und Küsschen gebe ich sonst auch nicht. Und wecken tu ich sie nie. 

Letzteres stimmt nicht ganz. Mamayaki wacht auf, wenn ich sie angucke. Da kann ich nichts dafür, denn ich mache keinen Mucks. 

Nach der Hundegratulation dösten und kuschelten wir noch ein bisschen. Dann aber ging es auf den Spaziergang. Es schüttete in Strömen. Mamayaki hatte Regenhose und Bornholmmantel montiert, ich die dicke Regenjacke. Raus wollte ich trotzdem nicht. Ich musste. 

Weil es zudem ziemlich stark windete, ging es wenigstens nicht in den Wald. Gegen einen kürzeren Stadtspaziergang hatte ich nicht so gross etwas einzuwenden. Ich wählte dann die Richtung gegen den Sälipark. Mamayaki staunte nicht schlecht, als ich daran vorbeizog – was ich sonst nie tu. 

Dafür strebte ich die Unterführung zur alten Brücke an. «Na, dann halt.», meinte Mamayaki mässig begeistert. Die nächste Überraschung folgte auf dem Fuss. Ich wollte nicht nach links, was ich sonst immer will. Auch nicht die Treppe hoch für über die Brücke, was ich, selten zwar, auch mal wähle. Nein, ich wollte nach rechts, der Aare entlang. 

Somit kamen wir zur Bahnhofunterführung. Nach einigen Metern im Trockenen, kam der Brezelkönig. Ich leckte wieder mal mein Schnäuzchen und schaute Mamayaki bittend an. «Du hast Lust auf eine Brezel?» Ich strahlte. «Gut. Auch das können wir heute machen. Ist schliesslich Geburtstag.» 

Genau. Zwar nicht meiner, aber weil Mamayaki die Brezel auch sehr mag, passte das hervorragend. 

Und so kam ich, trotz viel Nässe, schnell wieder nachhause und hatte das Zmorge gleich mit dabei. 

Von mir aus darf Mamayaki öfter Geburtstag haben. 

Weckdienst

 

Draussen war es bereits hell und ich spürte, heute wird ein guter Tag. Also weckte ich Mamayaki. Mein Weckdienst funktioniert zuverlässig. Ich muss rein gar nichts tun, ausser sie anschauen. Das merkt Mamayaki selbst im Schlaf. Will heissen, eigentlich mache ich gar nichts. Schauen ist ja nicht verboten.

Mamayaki streichelt mich dann und ich geniesse. Manchmal schlafen wir so auch wieder ein. Heute? Sie ja, ich nein. Also musste ich halt wieder schauen. Ich war nämlich bereit für einen Sonnenspaziergang. Da hält mich nichts mehr.

Also dieselbe Prozedur wie vorher. Es war gerade mal halb acht und Mamayaki war über meinen Weckdienst nicht wirklich froh. Also drehte sie sich auf die andere Seite und meinte, ich solle sie bitte noch ein wenig schlafen oder zumindest dösen lassen.

Ich liess sie. Für die nächsten zehn Minuten.

Mamayaki gab es für heute auf und erhörte meinen Wunsch. Dafür war ich dann auf dem Spaziergang ein Vorzeigehund, der Mamayaki in Erstaunen versetzte. Darüber erzähle ich aber separat. 

Wo? In «Wow».

Wow

  

Morgen bin ich genau zwei Jahre bei Mamayaki. Heute habe ich Mamayaki bereits mein Valentinsgeschenk gemacht. Und das kam so: 

Mittlerweile kann Mamayaki mit mir bei fast jedem Hund problemlos vorbei, ohne dass ich gleich ausraste. Darüber sind wir beide froh. Wenn aber ein Hund Marke «Total in», sprich alles, was keine Schnauze hat und plattgedrückt aussieht, dann funktioniert das nicht. Keine Ahnung, was die Menschen an diesen kugelrunden, plattnasigen Wesen finden. Ich finde sie grässlich. 

Mamayaki sagt, das sei diskriminierend, was ich da sage. Mag sein, aber für mich ist es die Wahrheit und Hunde lügen nun mal nicht. Deshalb werden Hunde auch keine Politiker. Aber das ist ein anderes Thema. 

Heute also waren wir unterwegs auf einem relativ schmalen Waldweg. Ausweichen? Nope. Und was kam mir da entgegen? Richtig. 

Mamayaki atmete tief ein, nahm mich auf die andere Seite hinter sich, sprach mir ruhig und stärkend zu und erwartete den totalen Ausraster. War immer so. 

Heute? Cool lief ich an dem Plattnasenmonster vorbei, das mich zusätzlich auch noch knurrend anmachte. 

Wow! Ich bin so stolz auf mich. Und Mamayaki erst. Sie sagt, das sei das schönste Geschenk, das ich ihr habe machen können. 

Danke Yaki!