September 2023

  • Vier Hunde
  • Tretminen
  • Streng erzogener Hund
  • Sonnenblumenbad
  • Personenspürhund
  • Orientierungstest
  • Böse Buben

Vier Hunde

Hundefreundschaften sind was Feines!

Gestern hätte ich fast Aaron getroffen. Leider nur fast. Er war schneller als ich. Also als Mamayaki…

Später dann hätte ich fast Bela verpasst. Zum Glück nur fast. Sie war schneller als ich, aber Mamayaki auch. So kam ich zum kurzen Spielen im Garten. Richtig schön.

Heute dann, auf dem Waldspaziergang, traf ich Camilla. Wir liefen ein Stück gemeinsam und wir konnten ein bisschen gemeinsam spielen. Es ist aber schon etwas heiss geworden und so liessen wir es bald bleiben und spazierten einträchtig durch die Landschaft.

Plötzlich kamen uns Amy und Lizzy entgegen. So cool! Ich habe dann kurz mit Lizzy gespielt, dann sind wir zu viert weiter – die Frauen hintendrein. Das war so richtig nach meinem Geschmack. Mamayaki ist stolz auf mich, denn ich kann jetzt mit drei Hunden gleichzeitig unterwegs sein. 

Wenn ich sie mag!

Mir fehlt allerdings meine Freundin Lola. Leider hat ihr Frauchen gerade anderes zu tun als mit uns spazieren zu gehen. Das ist schade. Und ich weiss, Mamayaki vermisst Mamalola auch.

Tretminen

 

Diese erkenne ich immer. Und sehr früh. 

Ich weiche dann auf dem Gehsteig demonstrativ weitläufig aus, schaue zurück zu Mamayaki, die sofort checkt, was ich meine. So bin ich sicher, dass auch sie nicht übelriechend mit fremder Hundekacke nachhause kommt. 

Gut, ich meine, es darf ja mal passieren, dass ein Hund mitten aufs Trottoir macht. Käme mir nie in den Sinn, aber ich bin da voller Verständnis. Dass die betreffenden Zweibeiner dieses stinkende Etwas dann aber liegen lassen, kann ich nicht nachvollziehen. 

Streng erzogener Hund

Ich spreche nicht von mir. Natürlich bin ich wohl erzogen – meistens jedenfalls. 

Es gibt da so eine junge Frau mit einem grossen Hund, die mehrfach täglich an unserem Haus vorbei spaziert. Der Hund ist dann sehr an mir interessiert, was ich mässig gut finde. Die Frau jedoch findet das alles andere als gut und ist sehr streng mit ihrem Vierbeiner. Der hat ruhig und konzentriert – ohne Seitenblick – an mir vorbeizugehen. 

Noch nie habe ich irgendwie bemerkt, dass die Frau lieb wäre. Also ich bin froh, bin ich bei Mamayaki.

Was ich aber erzählen will ist dies: Wenn ein Hund vorbei geht, den ich weder kenne noch mag, dann raste ich da draussen schon mal aus und belle laut und deutlich, damit die verschwinden. Zusätzlich fliegen bei meinen Aktionen sämtliche Steine in der Gegend rum, die ich unter die Pfoten bekomme. Mamayaki räumt sie dann wieder auf. Nicht ohne Murren. Sie meint, von jedem Kind würde sie verlangen, dass es die Steine wieder wegräumt. Kann sie von mir aber schlecht.

Nach solchen lautstarken Revierverteidigungen muss ich oft rein. Da versteht Mamayaki nämlich keinen Spass.

Nun mag ich diesen grossen Hund auch nicht, ich habe ihn zu Anfang auch echt verbellt. Aber der Hund tut mir so was von leid, dass ich den gern unterstütze und mucksmäuschenstill auf meinem Teppich liegen bleibe – so, als wäre ich gar nicht da.

Mamayaki staunt Bauklötze. Und sie ist unglaublich stolz auf mich. Sie sagt, ich sein ein wundervolles Kerlchen mit sehr viel Mitgefühl. Jawohl, das bin ich.

Sonnenblumenbad

 

Wenn es so richtig heiss ist, gehe ich sehr gern baden. 

Ich habe da einen Lieblingsbrunnen, der meistens sehr sauber und vor allem eine anständige Tiefe hat, sodass ich bis zum Hals im Wasser stehe.
 

Als ich heute ins Wasser wollte, sah ich, dass darin ganz viele Sonnenblumen vor mir ein Bad nehmen wollten und keine Anstalten machten, herauszukommen. Fragend schaute ich Mamayaki an. «Du kannst trotzdem hinein, Yaki, die tun dir nichts.» 

Gesagt, getan. Die Sonnenblumen machten mir freundlich Platz und legten sich liebevoll rund um mein Fell. Das war schön!
 

Als ich rausging, blieben die Sonnenblumen immer noch drin. Die dürfen gern dortbleiben. Ich freue mich auf den nächsten Brunnenbesuch. 

Personenspürhund

  

Wir waren auf dem Heimweg und fast schon wieder aus dem Wald heraus, als Mamayaki weiter unten einen Polizisten sah. Mamayaki rief mich, wie immer, wenn jemand kommt, zu sich. Beide begrüssten sich freundlich, ich schaute interessiert zu. 

«Gehen Sie häufiger diesen Weg?», wurde Mamayaki nun gefragt. Sie bejahte wahrheitsgemäss. Wir gehen oft dort durch. «Liegt dieses Fahrrad schon länger da?» Mamayaki drehte den Kopf zur Seite, in die Richtung, in die der Polizist gedeutet hatte. Weder Mamayaki noch ich hatten es gesehen und so meinte Mamayaki, das müsse aller Wahrscheinlichkeit nach erst seit heute hier liegen. 

Allerdings könne es auch sein, dass sie dieses Velo einmal übersehen haben könnte. Klar. Wir suchen schliesslich den Wald nicht ab, sehen aber trotzdem jede Menge. Gestern Abend, da bin ich mir sicher, was das aber noch nicht da. Genauso wenig, wie die halbvolle Colaflasche und weiteres Zubehör, das auf der anderen Seite auf dem Boden lag und offensichtlich nicht zum Polizisten gehörte. 

Wir verabschiedeten uns und es kam ein weiterer Mann auf uns zu. Er war zwar ohne Uniform, aber dennoch war klar, er gehörte dazu. Auch er grüsste freundlich und meinte dann: «Aha, und der Personenspürhund ist auch schon da.» 

Wo??? Ich schaute mich suchend um, sah aber keinen Hund. «Na ja», meinte Mamayaki nun lachend, «ich weiss nicht, ob er das könnte, er schnüffelt zwar überall und hält seine Nase auch in alles hinein, aber so…». «Doch, doch, der könnte das schon.» 

Erst jetzt begriff ich, dass ich gemeint war. Hey, das wäre doch was für mich. Oder? 

Orientierungstest

 

Manchmal gehe ich hinter Mamayaki und schaue, ob sie den Weg auch ohne mich fände. Erstaunlich, meistens geht das mittlerweile gut. 

Heute merkte ich aber an einer Stelle, wie Mamayaki etwas langsamer wurde, sie überlegte, liess sich nichts anmerken, aber ich war mir sicher: Jetzt weiss sie nicht so richtig weiter. 

Was tut der liebe Hundepartner? Er überholt und läuft freudig voran. 

 

Böse Buben

 

Seit einiger Zeit ist unsere Finnenbahn neugestaltet. Die Holzschwellen wurden entfernt, das Bett ausgehoben und neu mit Sägemehl gefüllt. Letzteres macht, dass der Weg ganz weich ist. 

Es ist schön, zwischendurch mal was Neues auszuprobieren. Heute also gingen wir diesen Weg. Was heisst da «gingen»? Ich rannte, was das Zeug hielt, und war so richtig guter Laune. 

Dann beschloss ich, mit Mamayaki zu spielen. War das ein Spass! 

Sie versuchte, mich zu fangen und zu packen und ich tat es ihr gleich. Mamayaki hat viel gelacht und ich war richtig gut drauf. Zum Schluss waren wir beide voller Sägemehl, welches Mamayaki mir sorgfältig vom Fell klopfte. 

«Jetzt waren wir böse Buben und böse Mädchen», meinte sie. Hä? Warum? Ich war doch gar nicht böse. Und Mamayaki auch nicht. Da soll doch mal ein Hund die Menschen begreifen.